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RatgeberBatteriespeicher

Batteriespeicher: So holen Sie mehr aus Ihrem Solarstrom

Eine Photovoltaikanlage produziert dann am meisten Strom, wenn im Haushalt am wenigsten verbraucht wird: mittags, wenn alle bei der Arbeit oder in der Schule sind. Genau diese Lücke schließt ein Batteriespeicher – er nimmt den Überschuss des Tages auf und gibt ihn abends und nachts wieder ab.

7 Min. Lesezeit

Ohne Speicher nutzen viele Haushalte nur einen kleineren Teil ihres Solarstroms selbst; der Rest fließt gegen die vergleichsweise niedrige Einspeisevergütung ins Netz. Ein passend ausgelegter Speicher hebt diesen Eigenverbrauchsanteil deutlich an. Weil selbst genutzter Strom den teuren Netzbezug ersetzt, ist jede nicht zugekaufte Kilowattstunde bares Geld wert.

Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viel Kapazität zu kaufen, sondern die richtige. Ein überdimensionierter Speicher steht die halbe Zeit ungenutzt herum und verlängert die Amortisationsdauer. Dieser Ratgeber erklärt, worauf es bei der Auslegung ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch deutlich – Sie kaufen weniger teuren Netzstrom zu.
  • Als Faustregel gilt: etwa 1 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch.
  • Neben der Kapazität zählt die Lade- und Entladeleistung – sie bestimmt, wie schnell der Speicher liefert.
  • Nur mit Notstrom- oder Ersatzstromfunktion versorgt der Speicher Ihr Haus bei einem Netzausfall.
  • Wir verbauen ausschließlich Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LFP) von EcoFlow, Fronius und Solplanet.

Wie ein Stromspeicher im Haushalt arbeitet

Der Speicher sitzt zwischen Ihrer PV-Anlage und dem Hausnetz. Erzeugt die Anlage mehr Strom, als gerade verbraucht wird, lädt der Überschuss die Batterie – statt ins öffentliche Netz zu fließen. Sinkt die Erzeugung am Abend, entlädt sich der Speicher und deckt Kühlschrank, Licht, Fernseher und Waschmaschine.

Erst wenn die Batterie leer ist, bezieht das Haus wieder Strom aus dem Netz. Umgekehrt wird eingespeist, wenn der Speicher voll ist und trotzdem noch Überschuss anfällt. Die Steuerung dieser Prioritäten übernimmt der Hybrid-Wechselrichter beziehungsweise das Energiemanagement des Systems – Sie müssen dafür nichts tun.

  • Tagsüber: Verbrauch decken → Speicher laden → Überschuss einspeisen
  • Abends und nachts: Speicher entladen → erst danach Netzbezug
  • Der Wechsel läuft vollautomatisch, ohne Eingriff der Bewohner

Die richtige Kapazität finden

Die nutzbare Kapazität wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Als grober Startwert hat sich bewährt, je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch etwa 1 kWh nutzbare Kapazität einzuplanen. Ein Haushalt mit 5.000 kWh Verbrauch landet damit rechnerisch bei rund 5 kWh – in der Praxis liegen typische Einfamilienhaus-Speicher etwas darüber.

Diese Faustregel ist allerdings nur ein Ausgangspunkt. Wer eine Wärmepumpe betreibt oder ein Elektroauto zu Hause lädt, hat einen deutlich höheren und anders verteilten Verbrauch – hier lohnt eine größere Auslegung. Wer viel tagsüber verbraucht, etwa im Homeoffice, kommt umgekehrt mit weniger Kapazität aus, weil ein größerer Teil des Solarstroms direkt genutzt wird.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Brutto- und nutzbarer Kapazität. Datenblätter nennen teils die Bruttokapazität der Zellen; nutzbar ist davon nur ein Teil, weil eine Tiefentladung die Lebensdauer verkürzen würde. Vergleichen Sie deshalb immer die nutzbare Kapazität.

Leistung: Wie schnell der Speicher liefert

Kapazität sagt, wie viel Energie gespeichert ist – Leistung sagt, wie schnell sie abgerufen werden kann. Ein Speicher mit großer Kapazität, aber geringer Entladeleistung kann einen kurzzeitig hohen Bedarf nicht allein decken; der Rest kommt dann aus dem Netz.

Relevant wird das bei Verbrauchern mit hoher Leistungsaufnahme, die gleichzeitig laufen: Wallbox, Wärmepumpe, Herd und Wasserkocher. Deshalb prüfen wir bei der Auslegung nicht nur Ihren Jahresverbrauch, sondern auch Ihre Lastspitzen.

Notstrom, Ersatzstrom – und der Unterschied

Ein Speicher versorgt Ihr Haus bei einem Netzausfall nur dann weiter, wenn er dafür ausgelegt und entsprechend installiert ist. Das ist kein Automatismus: Ohne diese Funktion schaltet sich die Anlage bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab – auch wenn die Batterie voll ist.

Man unterscheidet grob zwischen einer Ersatzstromversorgung, die nach kurzer Unterbrechung ausgewählte Stromkreise oder das ganze Haus wieder versorgt, und einer unterbrechungsfreien Notstromversorgung, die ohne merkliche Umschaltpause auskommt. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, was bei Ihnen weiterlaufen muss – und wie viel Aufwand die Nachrüstung im Zählerschrank bedeutet.

Wir klären diesen Punkt bewusst vor der Installation, weil die Umsetzung im Nachhinein aufwendiger ist als bei der Erstinstallation.

Lebensdauer, Garantie und Sicherheit

Die von uns verbauten Speicher nutzen Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP). Diese Zellchemie gilt als thermisch robust und langlebig, kommt ohne Kobalt aus und verträgt viele Ladezyklen. Hersteller geben typischerweise eine Zeit- und Zyklengarantie sowie eine garantierte Restkapazität nach Ablauf der Garantiezeit an.

Lesen Sie die Garantiebedingungen genau: Sie definieren, unter welchen Betriebsbedingungen die Zusage gilt, ob eine regelmäßige Kommunikation des Systems mit dem Hersteller vorausgesetzt wird und wie die Restkapazität ermittelt wird. Die Garantiedokumente aller Speicher aus unserem Portfolio finden Sie weiter unten zum Download.

Nachrüsten oder gleich mitplanen?

Technisch lässt sich ein Speicher auch später ergänzen. Am einfachsten und meist am günstigsten ist es jedoch, ihn von Anfang an mitzuplanen: Dann kann ein Hybrid-Wechselrichter eingesetzt werden, der PV und Batterie in einem Gerät verwaltet, und Zählerschrank sowie Leitungswege werden nur einmal angefasst.

Bei einer Nachrüstung auf eine bestehende Anlage kommt häufig ein AC-gekoppelter Speicher zum Einsatz, der sich unabhängig vom vorhandenen Wechselrichter ins Hausnetz einbindet. Das funktioniert zuverlässig, ist aber mit einem zusätzlichen Umwandlungsschritt verbunden. Welche Variante bei Ihnen sinnvoller ist, hängt vom Alter und Typ Ihrer bestehenden Anlage ab.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

01

Nutzbare Kapazität

Nicht die Bruttokapazität vergleichen, sondern die tatsächlich nutzbare. Sie bestimmt, wie weit Sie abends und nachts kommen.

02

Lade- und Entladeleistung

Sie entscheidet, ob der Speicher auch Lastspitzen von Wallbox, Herd oder Wärmepumpe abdecken kann.

03

Notstrom-Fähigkeit

Nur mit entsprechender Funktion und Verkabelung läuft Ihr Haus bei Netzausfall weiter. Vorher festlegen, nicht nachträglich.

04

Erweiterbarkeit

Modulare Systeme lassen sich später um weitere Batteriemodule ergänzen – sinnvoll, wenn E-Auto oder Wärmepumpe erst geplant sind.

05

Garantiebedingungen

Zeit- und Zyklengarantie, zugesicherte Restkapazität und die Voraussetzungen, unter denen die Garantie gilt.

06

Zusammenspiel mit dem Wechselrichter

Speicher und Wechselrichter aus einem System sparen einen Umwandlungsschritt und vereinfachen Steuerung und Service.

Was wir verbauen

EcoFlowPowerOcean LFP-Batterie

Lithium-Eisenphosphat-Speicher, der als System mit den PowerOcean-Hybrid-Wechselrichtern zusammenarbeitet. Eine Ersatzstromfunktion ist im PowerOcean-System vorgesehen.

FroniusReserva 12-6

Speicherlösung des österreichischen Herstellers, ausgelegt auf das Zusammenspiel mit Fronius-Wechselrichtern. Bedienungsanleitung und Garantiedokument finden Sie unten.

SolplanetAi-HB G2 Pro

Modularer Hochvolt-Speicher, der sich mit den Solplanet-Hybrid-Wechselrichtern der ASW-Serie kombinieren lässt.

Datenblätter zum Download

Alle technischen Unterlagen zu dieser Kategorie – als PDF direkt zum Herunterladen.

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Häufige Fragen

Lohnt sich ein Batteriespeicher überhaupt?+

Das hängt vor allem von Ihrem Stromverbrauch, Ihrem Verbrauchsprofil und dem Strompreis ab. Je mehr Solarstrom Sie dank Speicher selbst nutzen statt für die vergleichsweise niedrige Einspeisevergütung abzugeben, desto schneller rechnet sich die Investition. Wir erstellen dazu eine Wirtschaftlichkeitsprognose für Ihren konkreten Fall.

Wie groß sollte mein Speicher sein?+

Als Startwert gilt etwa 1 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Wärmepumpe oder E-Auto verschieben diese Rechnung nach oben, viel Tagesverbrauch nach unten. Eine belastbare Auslegung basiert immer auf Ihrem tatsächlichen Verbrauch.

Habe ich mit Speicher bei einem Stromausfall Strom?+

Nur, wenn der Speicher eine Ersatz- oder Notstromfunktion besitzt und diese bei der Installation entsprechend verkabelt wurde. Ohne diese Funktion schaltet die Anlage bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab. Sprechen Sie uns darauf an, bevor die Anlage gebaut wird.

Kann ich einen Speicher später nachrüsten?+

Ja. Bei bestehenden Anlagen kommt dafür meist ein AC-gekoppelter Speicher infrage. Wird der Speicher von Anfang an mitgeplant, ist ein Hybrid-Wechselrichter in der Regel die effizientere und wirtschaftlichere Lösung.

Wie lange hält ein Batteriespeicher?+

Die Hersteller sichern die Lebensdauer über eine Zeit- und Zyklengarantie ab und garantieren eine bestimmte Restkapazität am Ende dieses Zeitraums. Die genauen Zusagen unterscheiden sich je Hersteller – die jeweiligen Garantiebedingungen stellen wir Ihnen weiter oben als PDF bereit.

Unsicher, was zu Ihrem Haus passt?

Unsere Energieberater prüfen Ihre Situation und legen das System passend aus – herstellerneutral und unverbindlich.