Damit ist der Wechselrichter weit mehr als ein technisches Beiwerk: Er bestimmt, wie viel des erzeugten Stroms tatsächlich ankommt, wie die Anlage überwacht wird und ob sich später ein Batteriespeicher sinnvoll einbinden lässt. Er läuft jeden Tag, arbeitet meist unbemerkt im Hintergrund und ist zugleich das Bauteil, das die meiste Elektronik enthält.
Weil er im Zentrum der Anlage steht, lohnt es sich, die Auswahl und Auslegung zu verstehen. Dieser Ratgeber erklärt, welche Bauarten es gibt, wann ein einphasiges und wann ein dreiphasiges Gerät passt, wie ein Wechselrichter zur Modulleistung dimensioniert wird und worauf Sie bei Notstrom, Monitoring und Aufstellort achten sollten.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom um – er ist die Schnittstelle zwischen Dach und Hausnetz.
- Ein Hybrid-Wechselrichter verwaltet PV und Batterie in einem Gerät; ein reiner PV-Wechselrichter kennt nur die Module.
- Ein- oder dreiphasig hängt von der Anlagengröße und dem Netzanschluss ab – größere Anlagen werden in der Regel dreiphasig angebunden.
- Die Nennleistung des Wechselrichters wird meist etwas unterhalb der Modul-Spitzenleistung gewählt, weil die Module ihre Nennleistung nur selten erreichen.
- Wir verbauen Hybrid- und PV-Wechselrichter von EcoFlow und Solplanet; die Datenblätter finden Sie weiter unten zum Download.
Was der Wechselrichter überhaupt tut
Solarmodule erzeugen Gleichstrom (DC). Steckdosen, Haushaltsgeräte und das öffentliche Stromnetz führen dagegen Wechselstrom (AC). Der Wechselrichter formt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um und passt ihn dabei exakt an Spannung und Frequenz des Netzes an. Erst dadurch wird aus der Erzeugung auf dem Dach nutzbarer Strom im Haus.
Neben dieser Grundaufgabe übernimmt der Wechselrichter weitere Funktionen: Er sucht ständig den optimalen Arbeitspunkt der Module, überwacht die Anlage, meldet Störungen und schaltet sich bei einem Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab. Bei einem Hybridgerät steuert er zusätzlich das Laden und Entladen des Batteriespeichers und entscheidet, ob überschüssiger Strom in die Batterie oder ins Netz fließt.
- Umwandlung von Gleichstrom (Module) in Wechselstrom (Hausnetz und öffentliches Netz)
- Anpassung an Netzspannung und Netzfrequenz
- Überwachung, Störungsmeldung und Sicherheitsabschaltung
- Bei Hybridgeräten: Steuerung von Batterie und Energiefluss
Einphasig oder dreiphasig?
Das öffentliche Netz ist in Wohnhäusern in der Regel dreiphasig ausgeführt. Ein einphasiger Wechselrichter speist seinen Strom nur auf eine dieser drei Phasen ein, ein dreiphasiger Wechselrichter verteilt ihn gleichmäßig auf alle drei. Für kleinere Anlagen kann eine einphasige Anbindung ausreichen; mit steigender Leistung wird die dreiphasige Einspeisung zur Regel, weil sie das Netz gleichmäßiger belastet.
Für die Auswahl sind vor allem die Anlagengröße, die Anschlussbedingungen des Netzbetreibers und Ihre Verbrauchssituation ausschlaggebend. Ein dreiphasiger Wechselrichter passt gut zu größeren Dächern und zu Haushalten mit dreiphasigen Verbrauchern wie Wärmepumpe oder Wallbox. Ein einphasiges Gerät kann bei kleineren Anlagen die einfachere und kompaktere Lösung sein.
In unserem Portfolio spiegelt sich das direkt wider: Der EcoFlow PowerOcean Hybrid ist einphasig ausgeführt und in den Leistungsstufen 6, 8, 10 und 12 kW verfügbar, der PowerOcean Plus arbeitet dreiphasig mit 15, 20, 25 und 29,9 kW. Bei Solplanet steht mit der ASW H-T3 Serie ebenfalls eine dreiphasige Baureihe zur Verfügung, die höheren Leistungen deckt die ASW TH Serie ab.
Hybrid, reiner PV-Wechselrichter oder AC-Nachrüstung
Bei der Bauart gibt es drei Wege. Ein reiner PV-Wechselrichter verarbeitet ausschließlich den Strom der Module – er kennt keine Batterie. Ein Hybrid-Wechselrichter vereint PV und Batterie in einem Gerät: Er wandelt den Solarstrom um und verwaltet zugleich den Speicher, ohne dass ein zweites Gerät nötig ist. Das spart einen Umwandlungsschritt und vereinfacht Steuerung und Service.
Der dritte Weg ist die AC-gekoppelte Nachrüstung. Dabei bleibt ein vorhandener PV-Wechselrichter unangetastet, und ein separater Speicher mit eigenem Batteriewechselrichter wird zusätzlich ins Hausnetz eingebunden. Das eignet sich vor allem, wenn eine bestehende Anlage um einen Speicher ergänzt werden soll, ist aber mit einem zusätzlichen Umwandlungsschritt verbunden.
Planen Sie einen Speicher von Anfang an mit, ist ein Hybrid-Wechselrichter meist die effizientere Lösung, weil PV und Batterie in einem System zusammenarbeiten. Ob Sie heute schon einen Speicher wollen oder erst später, sollten Sie deshalb vor der Auswahl des Wechselrichters klären – ein Hybridgerät lässt eine spätere Ergänzung offen.
- Reiner PV-Wechselrichter: nur Module, keine Batterie-Verwaltung
- Hybrid-Wechselrichter: PV und Speicher in einem Gerät, ein Umwandlungsschritt weniger
- AC-gekoppelte Nachrüstung: separater Batteriewechselrichter für bestehende Anlagen
Dimensionierung: Wechselrichter und Modulleistung
Die Leistung der Module wird als Spitzenleistung in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben – ein Wert, den die Module nur unter idealen Bedingungen erreichen. Im Alltag liegt die tatsächliche Erzeugung fast immer darunter, weil Sonnenstand, Temperatur, Ausrichtung und Wetter mitspielen. Deshalb wird die Nennleistung des Wechselrichters üblicherweise etwas unterhalb der installierten Modul-Spitzenleistung gewählt.
Der Grund: Ein Wechselrichter, der exakt auf die Spitzenleistung ausgelegt ist, wäre die meiste Zeit unterfordert und würde in einem ungünstigen Teillastbereich arbeiten. Eine leicht knappere Auslegung sorgt dafür, dass das Gerät häufiger in seinem effizienten Arbeitsbereich läuft. Die wenigen Spitzenstunden, in denen die Module mehr liefern würden, fallen über das Jahr kaum ins Gewicht.
Wie deutlich der Wechselrichter unterhalb der Modulleistung liegen sollte, hängt von Dachausrichtung, Standort und Verbrauchsprofil ab – eine pauschale Prozentangabe führt hier in die Irre. Deshalb legen wir das Verhältnis für jede Anlage individuell fest. Die verfügbaren Leistungsstufen unserer Geräte decken dabei einen breiten Bereich von kleineren bis zu großen Anlagen ab.
MPP-Tracker und Strings mit unterschiedlicher Ausrichtung
Module liefern je nach Sonneneinstrahlung ständig wechselnde Spannung und Stromstärke. Der sogenannte MPP-Tracker (Maximum Power Point Tracker) im Wechselrichter sucht laufend den Betriebspunkt, an dem die angeschlossenen Module die höchste Leistung abgeben. Er sorgt also dafür, dass aus dem Dach jederzeit möglichst viel herausgeholt wird.
Wichtig wird das, sobald ein Dach mehrere Flächen mit unterschiedlicher Ausrichtung oder Neigung hat – etwa Ost und West. Solche Teilflächen erreichen ihr Leistungsmaximum zu unterschiedlichen Zeiten und bei unterschiedlichen Werten. Verfügt ein Wechselrichter über mehrere unabhängige MPP-Tracker, kann jede Teilfläche als eigener String optimal betrieben werden, ohne die andere auszubremsen.
Wie viele Strings und MPP-Tracker ein Gerät bietet und welche Spannungsbereiche zulässig sind, nennt das jeweilige Datenblatt. Bei der Planung stimmen wir die Aufteilung der Module in Strings genau auf Ihre Dachflächen und den gewählten Wechselrichter ab – gerade bei verwinkelten oder verschatteten Dächern ist das entscheidend.
Notstrom, Monitoring und Energiemanagement
Bei einem Netzausfall schaltet sich ein Wechselrichter aus Sicherheitsgründen zunächst ab. Ihr Haus wird nur dann weiter versorgt, wenn das Gerät eine Ersatz- oder Notstromfunktion besitzt und entsprechend installiert ist – meist im Zusammenspiel mit einem Batteriespeicher. Ob und in welchem Umfang eine solche Funktion vorgesehen ist, hängt vom jeweiligen System ab und sollte vor der Installation festgelegt werden.
Nahezu jeder moderne Wechselrichter bringt zudem ein Monitoring mit: Über eine App oder ein Webportal sehen Sie Erzeugung, Verbrauch und – bei Hybridsystemen – den Ladezustand der Batterie. Das Energiemanagement entscheidet im Hintergrund, wohin der Strom fließt: erst in den Eigenverbrauch, dann in den Speicher, zuletzt ins Netz. Beides läuft automatisch, gibt Ihnen aber jederzeit Einblick in Ihre Anlage.
- Ersatz-/Notstrom nur mit passender Funktion und Verkabelung – vorher klären
- Monitoring per App oder Webportal für Erzeugung, Verbrauch und Speicher
- Automatisches Energiemanagement priorisiert Eigenverbrauch vor Einspeisung
Aufstellort, Geräusch, Wärme und Lebensdauer
Ein Wechselrichter erzeugt im Betrieb Wärme und braucht deshalb einen gut belüfteten Aufstellort. Übliche Plätze sind der Hauswirtschaftsraum, der Keller oder die Garage. Manche Geräte sind für die Außenmontage geeignet – ob und in welchem Temperaturbereich, gibt das jeweilige Datenblatt an. Direkte Sonneneinstrahlung und Staub sollten Sie in jedem Fall vermeiden.
Je nach Bauart und Belastung können Wechselrichter im Betrieb leise Geräusche abgeben, etwa durch Lüfter oder elektronische Bauteile. In Wohnräumen oder angrenzend an Schlafzimmer ist der Aufstellort deshalb mit Bedacht zu wählen. Wir berücksichtigen das bei der Planung, damit Sie das Gerät im Alltag nicht als störend empfinden.
Der Wechselrichter ist das elektronisch anspruchsvollste Bauteil der Anlage und über seine Lebensdauer die Komponente, die am ehesten einmal getauscht wird. Hersteller sichern das Gerät über Garantiebedingungen ab, deren genaue Laufzeit und Bedingungen den jeweiligen Garantiedokumenten zu entnehmen sind. Ein guter Aufstellort mit ausreichender Kühlung wirkt sich günstig auf die Lebensdauer aus.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Bauart
Reiner PV-Wechselrichter, Hybridgerät oder AC-gekoppelte Nachrüstung – die Wahl hängt davon ab, ob ein Speicher heute oder später vorgesehen ist.
Ein- oder dreiphasig
Größere Anlagen werden meist dreiphasig angebunden. Anlagengröße, Netzanschluss und Verbraucher wie Wärmepumpe oder Wallbox geben den Ausschlag.
Leistung und Dimensionierung
Die Nennleistung wird passend zur Modul-Spitzenleistung gewählt – meist etwas darunter, damit das Gerät oft im effizienten Bereich arbeitet.
MPP-Tracker und Strings
Bei mehreren Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung ermöglichen mehrere MPP-Tracker, jede Teilfläche unabhängig zu betreiben.
Notstrom- und Speicherfähigkeit
Soll das Haus bei Netzausfall versorgt werden oder ein Speicher eingebunden sein, muss der Wechselrichter das unterstützen – vorab festlegen.
Monitoring und Aufstellort
Verständliches Monitoring sowie ein kühler, belüfteter und akustisch unkritischer Aufstellort tragen zu Ertrag und Lebensdauer bei.
Was wir verbauen
Einphasiger Hybrid-Wechselrichter, der PV und Batterie in einem Gerät verwaltet. Verfügbar in den Leistungsstufen 6, 8, 10 und 12 kW. Details zu Strings, Notstrom und zulässigen Betriebsbedingungen nennt das Datenblatt unten.
Dreiphasiger Hybrid-Wechselrichter für größere Anlagen, verfügbar mit 15, 20, 25 und 29,9 kW. Wie die einphasige Variante verbindet er PV und Speicher in einem System.
Dreiphasige Wechselrichter der Modelle ASW 08k/10k/12k-H-T3-O. Die technischen Kennwerte sowie Angaben zu MPP-Trackern und Anschlussmöglichkeiten enthält das jeweilige Datenblatt.
Dreiphasige Baureihe für höhere Leistungen in den Stufen 15, 20, 25 und 29,9. Geeignet für größere Dachflächen. Bedienungsanleitung und Garantiebedingungen finden Sie unten.
Datenblätter zum Download
Alle technischen Unterlagen zu dieser Kategorie – als PDF direkt zum Herunterladen.
EcoFlow · Garantiebedingungen
Garantie · 360 KB
EcoFlow · PowerOcean-Hybrid Einphasig 6-8-10-12kW
Datenblatt · 1,9 MB
EcoFlow · PowerOcean-Plus Dreiphasig 15-20-25-29-9kW
Datenblatt · 638 KB
Solplanet · ASW-H-T3
Bedienungsanleitung · 38,2 MB
Solplanet · ASW-TH
Bedienungsanleitung · 40,3 MB
Solplanet · ASW-TH-15-20-25-29-9
Datenblatt · 248 KB
Solplanet · ASW08k-10k-12k-H-T3-O
Datenblatt · 155 KB
Solplanet · Garantiebedingungen
Garantie · 161 KB
Häufige Fragen
Wozu braucht eine PV-Anlage einen Wechselrichter?+
Die Solarmodule erzeugen Gleichstrom, während Hausnetz und öffentliches Netz mit Wechselstrom arbeiten. Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um. Ohne ihn ließe sich der Solarstrom weder im Haushalt nutzen noch einspeisen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Hybrid- und einem reinen PV-Wechselrichter?+
Ein reiner PV-Wechselrichter verarbeitet nur den Strom der Module. Ein Hybrid-Wechselrichter verwaltet zusätzlich einen Batteriespeicher und steuert, ob überschüssiger Strom in die Batterie oder ins Netz fließt – PV und Speicher liegen so in einem Gerät.
Einphasig oder dreiphasig – was ist besser?+
Das hängt von der Anlagengröße, dem Netzanschluss und Ihren Verbrauchern ab. Kleinere Anlagen können einphasig angebunden werden, größere werden in der Regel dreiphasig eingespeist, weil das das Netz gleichmäßiger belastet. Wir prüfen das für Ihren Fall.
Wie groß muss der Wechselrichter im Verhältnis zu den Modulen sein?+
Die Nennleistung des Wechselrichters wird üblicherweise etwas unterhalb der Modul-Spitzenleistung gewählt, weil die Module ihre Spitzenwerte nur selten erreichen. So arbeitet das Gerät häufiger in seinem effizienten Bereich. Das genaue Verhältnis legen wir je nach Dach und Standort individuell fest.
Habe ich mit dem Wechselrichter bei einem Stromausfall Strom?+
Nur, wenn das Gerät eine Ersatz- oder Notstromfunktion besitzt und entsprechend installiert ist, meist zusammen mit einem Batteriespeicher. Ohne diese Funktion schaltet sich der Wechselrichter bei Netzausfall aus Sicherheitsgründen ab. Sprechen Sie uns vor der Installation darauf an.